Hintergrund

In der Versorgungsforschung ist die Analyse von Routinedaten, beispielsweise der Kostenträger, eine mittlerweile verbreitete Verfahrensweise. Solche Daten halten allerdings keine klinischen Befunde vor, die für die Evaluation von Verfahrens- oder Behandlungsweisen herangezogen werden können. Das klinische Outcome und damit die Wirksamkeit einer Methode allerdings sind nur durch die Analyse klinischer Daten gemessen und beschrieben werden.

Daraus ergibt sich die Frage, ob medizinische Gutachten als Grundlage zur Generierung von Outcome-Scores herangezogen werden können. Die für alle Arten von Gutachten in allen medizinischen Fachgebieten notwendige Dokumentation der entscheidungsrelevanten Befunde sollte eine gute Grundlage zur Gewinnung score relevanter Daten sein. Im Umkehrschluss kann auch die Anwendung von Scores eine Hilfe bei der Einschätzung von Invalidität bei Unfallfolgen sein.

Fragestellung

Ist es möglich, aus Gutachten, vornehmlich von Privaten Unfallversicherungen, international gebräuchliche Outcome-Scores abzuleiten?
Korrelieren diese Scores mit den eingeschätzten Invaliditäten?

 Methodik

Aus dem Gutachtenpool eines Gutachten-Dienstleistern werden die Gutachten definierter anatomischer Regionen und Verletzungsarten (Frakturen der Schulter, distale Femurfrakturen, Patellafrakturen und Tibiakopffrakturen, Schädel-Hirn-Verletzungen) selektiert. Für jede Region werden mehrere international gebräuchliche Outcome-Scores angewendet und es wird versucht, aus den Gutachten die relevanten Informationen zu gewinnen. Die Scores werden zusätzlich mit den vorgeschlagenen Invaliditäten korreliert.

 Ausblick

Wünschenswert ist der Nachweis, dass medizinische Gutachten, und hier vor allem der entscheidungsrelevante klinische Befund, qualitativ ausreichend ist, Outcome-Scores zu generieren. Dies wäre aus der Sicht der Versorgungsforschung eine deutliche Erleichterung von Methodenevaluationen.

Eine Korrelation zwischen Score-Ergebnis und Invalidität würde eine Grundlage dafür sein, eine objektivere Einschätzung/Bemessung der Invaliditäten in den verschiedenen Rechtsgebieten aufgrund von Messinstrumenten zu entwickeln.

 Projektlaufzeit

5 Jahre

Ansprechpartner

Dr. med. Jörg Schmidt